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ZUHAUSE – EIN RAUM ZUM LEBEN

Vasilena Gankovska »

KünstlerInnen:

Luchezar Boyadjiev
Sandra Kosel
Maximilian Pramatarov
Katharina Swoboda


Wenn wir über den Begriff „Zuhause“ oder „Heim“ nachdenken, fallen uns unterschiedliche Ideen ein. Es kann sich dabei um ein Haus handeln, eine Wohnung, eine Stadtstruktur oder um die Familienmitglieder insgesamt. Auf jeden Fall gibt es immer eine architektonische Verbindung zu diesen Ideen. Von ihrer Erfahrung her sind sie eher körperlich.

Die Frage des Wohnens ist auch ein großes Thema in der Architektur des Modernismus gewesen: utopische Projekte über das Haus der Zukunft oder kommunales Leben. Bezogen auf den Rest der urbanen Struktur scheinen viele dieser visionären Projekte heutzutage überholt zu sein, als kämen sie aus einer Ära, die so nie stattgefunden hat.

Utopische Vorstellungen kommunalen Lebens waren für die russischen Konstruktivisten entscheidend, bei den Modernisten der 1930er-Jahre erreichten sie mit der Charta von Athen (1933) einen Punkt, an dem es möglich wurde, sie zu realisieren. Dies setzte sich im sowjetischen Block in den 1960er-Jahren fort, um sich irgendwo in den postmodernen Zeiten zu verflüchtigen.

Eine große Vielfalt künstlerischer Projekte und Arbeiten befassen sich mit der Verbindung zwischen moderner Architektur und der Lebensweise, mit utopischen und dystopischen Vorstellungen über das Zuhause, über den Lebensraum (bei Lefebvre l 'espace vécu). Was passiert mit den Orten, die einst als der perfekte Ort zum Leben erschienen? Wie nehmen wir diese wahr?

Dies sind sehr häufig aufgeworfene und allgemeine Fragen, deren Bedeutung aber entscheidend ist. Die vorliegende Präsentation zeigt einige künstlerische Positionen, die für sich selbst versuchen, Antworten zu finden, um einigen Orten und Projekten eine Interpretation oder eine Bedeutung zu geben.

Die (modernistische) architektonische Struktur und ihre visuelle Analyse war der Ausgangspunkt für die kuratorische Auswahl. Ein weiterer wichtiger Gesichtspunkt bestand darin, bestimmte Projekte in einer Nahansicht zu untersuchen. Die ausgewählten Arbeiten befassen sich mit dem Begriff des kommunalen Lebens innerhalb einer modernistischen Utopie. Unabhängig davon, ob es sich dabei um eine Kommune handelt, einen zoologischen Park, einen großen Erholungskomplex aus den 1960er-Jahren oder ein „domestiziertes” Denkmal, alle diese Projekte arbeiten mit Utopien, die sich an den fundamentalen Gedanken anlehnen, einen Ort zu schaffen, an dem es sich besser leben lässt.

Übersetzung aus dem Englischen: Dörte Eliass

Unterstützt von:

Stadt Wien - Kulturabteilung MA 7
MA 7 - Interkulturelle und Internationale Aktivitäten

In Zusammenarbeit mit:

Istanbul Bilgi University




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