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grafisches Element

Performance: Zeichnen üben

Warren Neidich


„Das Diagramm ist zwar ein Chaos, aber auch der Keim von Ordnung und Rhythmus… Wie (Francis) Bacon sagt, es enthüllt Schichten der Sensation”

- „Francis Bacon“, Logik der Sensation, Gilles Deleuze

Im Rahmen seines Aufenthaltes am IASPIS (The International Artists Studio Program) in Stockholm 2009 konstruierte Neidich in seinem Atelier ein Wanddiagramm mit Lackstiften, Grafitstiften und Filzstiften. Die Zeichnung schlängelte sich über die Decke und den Boden und stellte seinen augenblicklichen Denkzustand hinsichtlich der Verbindung zwischen Kulturellem und Kognitivem Kapitalismus dar. Insbesondere, wie im Zeitalter der immateriellen Arbeit und der Finanzialisierung von Kapital eine intime Beziehung zwischen den sich verändernden Bedingungen der allgemeinen Intelligenz und der Geist-Gehirn-Schnittstelle entstehe. Dass er zu einer neuen Form des Materialismus aufruft, in dem performative, virtuose Aspekte von Arbeit die Bedingungen für das Formen der neuralen Plastizität des Gehirns schaffen. Jene Zeichnung wurde zur Kulisse einer Reihe blind ausgeführter, performativer Aktionen/Vorträge, in denen die Inhalte der Zeichnung, die als Gedächtnis-Netzwerke im Gehirn repliziert waren, vor einem Live Publikum im Open Systems als Teil der Ausstellung rezitiert wurden … Neidich hat die Originalzeichnung in einer umgestalteten, ortsspezifischen Form neu konfiguriert. Er hat die Zeichnung außerdem mit neuen Forschungsergebnissen ergänzt und wird sie noch einmal mit verbundenen Augen vorführen.




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