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Die Rechte

Nada Prjla »


In ihrer Videoreihe The Rights („Die Rechte“) hat Nada Prlja Kinder aufgenommen, die die europäische „Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten“ vorlesen. Die Form, in der dies geschieht, legt ein völliges Fehlen solchen Schutzes nahe, womit die Komplexität, die den Themen der Immigration und der EU-Politik hinsichtlich der Grenzen eines „Neuen Europas“ innewohnt, enthüllt wird.

Indem sie ihr Augenmerk auf konkrete kulturelle Verhältnisse richtet, schafft Prjla einen Raum, der die Übergangsbedingungen zwischen den neuen topologischen Zonen von Ausschluss und Aufnahme erkennbar macht. The Rights entwickelt seine Wirkung mit der Absorption der Ergebnisse seines Umgestaltungspotenzials, in dem die Kulturgegenstände innerhalb eines Paradigmas produziert werden, das alltägliche Orte und Situationen vorstellt. Die Untersuchung bringt eine zerrissene Zeitlichkeit hervor, die die Doppelbödigkeit der Situation aufdeckt. Die hier aufgeworfene Frage verweist so auf eine experimentelle Dynamik außerhalb der Grenzlinien der Repräsentation, die Verbindungen gesellschaftlicher Kräfte jenseits der Diskurskonstruktionen, die im Kern derer, „die sprechen“ liegen, definieren.

Der Raum der aktuellen Verhältnisse bringt uns dazu, unsere Aufmerksamkeit auf einen Prozess zu richten, der differenzierte Strukturen mit transitorischer Charakteristik erzeugt – ein „Da-zwischen-sein“. Ein ungewisser Übergang, wie er sich in The Rights manifestiert, löst die Begegnung mit einer Situation aus, die als Norm von außen auf die Situation am Rande einer bestimmten Repräsentationsmatrix wirkt, während gleichzeitig jener Moment, der das „Andere“ Europas durch seine Vielzahl einzelner Identitäten spiegelt, auf dramatische Weise eingefangen wird.



Projekt: THE TEMPORARY ZONES
AUSTELLUNGSDAUER: 10. Jänner - 9. Februar 2008
Kuratorin: Gülsen Bal





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