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The Cracked Sea of Marble

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Das Marmarameer, weit bis zum Horizont, offenbart und verbirgt unsere innersten Ängste. Es legt Zeugnis ab seit jener Zeit als Prokopius im 6. Jahrhundert nach Christus das Seeungeheuer in seinen Tiefen (Propontis) Leviathan nannte – Monster, Schlange, Wal, der die römischen Schiffe zerstörte, bis er gebändigt wurde. Auf seinem Grund, von den Dardanellen bis zum Bosporus, liegen entlang der geologischen Bruch- und Störungslinien die Relikte aus Jahrhunderten: Schlachtschiffe, Öltanker, Frachter mit Ladungen von mehr als tausend Schafen. Sie sind Zeugnis jener Zeiten, an die niemand mehr sich erinnern kann.

Aus heutiger Sicht repräsentiert das Marmarameer in all seiner Stille die Trennung von Menschen entlang geologischer Bruchlinien. Unfähig die eigene Sterblichkeit und damit Vergänglichkeit zu begreifen, erscheint die Nemesis, ihr Zorn und ihre Wut, verbannt auf die verschiedenen Inseln, damals wie heute. Als ob das Böse durch die Distanz verschwinden würde, so wie die geologischen Krater in der Tiefe des Meeres.



Projekt: Grenzsignal
AUSTELLUNGSDAUER: 16. Jänner - 10. Februar 2009
Kurator: Fatih Aydoğdu






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