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Principle of Organization and Action / The Neue Kollektiv Neue Slowenische Kunst (NSK), 1984-2005

IRWIN »


Das Kollektiv Neue Slowenische Kunst wurde von drei Gruppen 1984 gegründet – Scipion Nasice Sisters Theatre, Irwin und Laibach –, noch im Rahmen der ehemaligen Sozialistischen Föderalistischen Republik Jugoslawien. Zusammenarbeit, ein freier Fluss von Ideen unter den einzelnen Mitgliedern und Gruppen, ein erklärtes Copyleft, welches noch nicht einmal durch die Angabe der Autorenschaft limitiert war, genauso wie die gegenseitige Unterstützung und gemeinsame Planung bestimmter Bewegungen und Handlungen waren entscheidend für die Entwicklung und die Operationsweise des NSK, obwohl die Gruppen in ihren Aktivitäten autonom waren. Bewusstheit über die spezifischen Konditionen für Operationen im Bereich der Kunst im damaligen Jugoslawien, das weitgehend durch die Enge des Kunstsystems und eines Valorisierungssystems definiert blieb, das an die örtlichen Bedürfnisse angepasst war, führte zu einer Konzentration kritischer Masse und einer Konfrontation mit dem Kunstsystem. Der Antagonismus, der auf diese Weise als Folge erzeugt wurde, umschrieb deutlich die Umrisse besonderer Gruppen und des NSK als Ganzem und subjektivierte diese. Es lag auf der Hand, dass unter angespannten Bedingungen die Verantwortung für die Produktion und ihre Reflexion allein bei uns lag, und genau durch die Steuerung dieser Konfrontation etablierten wir unsere Autonomie. Kurz gesagt, Zusammenarbeit und gemeinsames Vermögen waren die Basis und die unvermeidbare Konsequenz der Positionierung der Neuen Slowenischen Kunst auf die kulturelle und politische Realität der Sozialistischen Föderalistischen Republik Jugoslawien.

NSK wurde von drei Gründungsgruppierungen eingerichtet. Genau gesagt, von Mitgliedern dieser drei Gruppen. Wir bestätigten die Gründung des NSK, indem wir abstimmten und uns gleichzeitig über dessen organisatorische Agenda einigten. Dies stellt eines der wenigen Elemente dar, bei denen Neue Slowenische Kunst objektiviert ist, nicht, weil es dadurch ordentlich repräsentiert wird, sondern weil NSK dadurch gebildet wurde.



Projekt: Ist dies alles?
AUSTELLUNGSDAUER: 18. November - 15. Dezember 2011
KuratorInnen: Gulsen Bal und Alenka Gregorič






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