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grafisches Element

Zur Komplexität des Territorialen

Kurator: Walter Seidl »

Teilnehmende KünstlerInnen:

Sabine Bitter&Helmut Weber
Petra Gerschner
Nicolas Jasmin
Elvedin Klačar
Andrea Ressi
Kamen Stoyanov


Zur Komplexität des Territorialen hinterfragt Methoden wie Städte aufgrund ihrer architektonischen Beschaffenheit und der daraus resultierenden sozialen und wirtschaftlichen Dynamik konstruiert sind. Welche Auswirkungen nahmen einstige Lebensmodelle auf gegenwärtige Bedingungen und Perspektiven urbaner Territorien und die stattgefundenen oder ausgebliebenen Veränderungen? Utopie als Verlangen, das im Lacanschen Sinne an Realitätsmomente geknüpft ist, diese aber nie einholen kann, bildet die Grundlage imaginärer Vorstellungen, die Leben und Denken in territorialen Strukturen beeinflussen.

Die Arbeiten in der Ausstellung nehmen spezifische urbane Topografien als Ausgangspunkt um die stattgefundenen Veränderungen zu reflektieren, die jene speziell konstruierten Räume in sozialer Hinsicht mit sich bringen sollen, wobei diese oftmals keine Möglichkeit für Alternativen bieten. Wie können sich utopische Konzepte auf lange Sicht halten bzw. die Verheißungen bestimmter Systeme eingelöst werden? Ästhetische Werte entgegen sozialem Gebrauch und dessen politischen Implikationen sind einige der Themen, die die KünstlerInnen der Ausstellung aufgreifen. Obwohl letztere in thematisch unterschiedlichen Feldern arbeiten, stellen sie sich hier die Frage, in welchem Verhältnis urbane Territorien hinsichtlich ihrer Funktionalität konstruiert wurden und wie ihre ursprüngliche Funktion aufgrund gegenwärtiger wirtschaftlicher und sozialer Forderungen an das Individuum nicht länger gegeben ist.

Wie hat das spätkapitalistische System die Utopien der 1960er Jahre hinsichtlich architektonischer und sozialer Fragen verworfen und neue Bedingungen in einem sich konstant verändernden, post-globalen und post-demokratischen System geschaffen? Ästhetische und idealistische Fragen nach Veränderung unter Bezugnahme von Foucaults Konzept der Gouvernementalität führen zu einer Reflektion territorialer Fragestellungen, die die KünstlerInnen der Ausstellung aus einer interim Perspektive betrachten um jene Auswirkungen zu thematisieren, die urbanistisch geschaffene Strukturen der Vergangenheit auf die Gegenwart einnehmen. Die Funktionalität räumlicher Territorien, die einst als visionär galt, wird aufgrund der gegenwärtigen Lebens- und Arbeitsbedingungen neu hinterfragt.

Unterstützt von:

bm:ukk
ERSTE Foundation
MA 7 – Interkulturelle und Internationale Aktivitäten
Stadt Wien - Film, Kino, Neue Medien

In Zusammenarbeit mit:

Istanbul Bilgi University




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