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Die zeitgenössische Kunst- und Kulturszene in Serbien nach 2000 – Kurze Anmerkungen

Miroslav KariĆ »


Einen Überblick über die zeitgenössische Kunstszene in Serbien seit dem Jahr 2000 zu geben, ist keine einfache Aufgabe, denn es besteht immer das Risiko, einige Aspekte der komplexen Zusammenhänge, in denen sich diese Szene ereignet und entwickelt, zu übersehen, oder die Vielfalt der Praktiken und Aktivitäten innerhalb der Szene zu verfehlen. Daher bietet dieser Text eine ausgewählte Perspektive auf die zeitgenössische Kunst/Kulturszene (mit einem Fokus auf den unabhängigen Bereich) und eine kurze Bekanntschaft mit ihren allgemeinen Charakteristika. Als Kunstexperte, der lange Zeit hindurch mit der NGO Remont, einer unabhängigen Kunstorganisation[1], (die professionell auf das Feld der zeitgenössischen bildenden Kunst gerichtet ist), zusammengearbeitet hat, werde ich mit einer kurzen Einführung in die Anfänge dieser Organisation beginnen, die seit fünfzehn Jahren eine aktive Teilnehmerin an der Kunst- und Kulturszene in Serbien und damit emblematisch ist für sämtliche Themen und Probleme, die in dieser Zeit aufgeworfen wurden. Remont wurde am Ende der 1990er-Jahre in einem besonderen historischen Augenblick gegründet, d.h. zu einer Zeit, in der die sich ankündigenden politischen Veränderungen neue Hoffnungen auf die Transformation des sozialen Kontextes versprachen, und die zeitgenössische Kunst und Kultur, die nach einem Jahrzehnt der völligen Vernachlässigung und Marginalisierung auf ein Wiedererstarken ihrer gesellschaftlichen Funktion hofften, erneut zum Leben erwachten. Zu diesem Zeitpunkt bestanden für Remont einige der wichtigsten Ziele in der Etablierung neuer professioneller Standards, der Promotion von zeitgenössischer Kunst in Serbien und in der Wiederherstellung und Verbesserung der Kommunikation mit den regionalen und internationalen Kulturszenen. Zusätzlich dazu befassten wir uns auch mit der Notwendigkeit, erneut die jüngste Vergangenheit und die lokale künstlerische Produktion zu untersuchen, die sich in diesem turbulenten letzten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts stark weiterentwickelt hatte. „Remont. Review / Belgrader Kunstszene der 90er“ war Remonts erstes großes Projekt und eine der ersten Untersuchungen [2] von künstlerischen Praktiken außerhalb der Mainstream-Kunst und -Kultur in Serbien, die von einem starken nationalistischen Diskurs gekennzeichnet war. Dieses Ausstellungsprojekt war eine Chance zur gründlichen Überprüfung der unabhängigen Kunstszene, die äußerst lebhaft und sich der relevanten internationalen Entwicklungen dieser Zeit bewusst war, sich aber zugleich durch viele Hindernisse auf lokaler Ebene eingeschränkt sah, etwa dem Mangel an Anerkennung sowie einem Mangel an institutioneller Zusammenarbeit und institutionellem Verständnis, der vielfach als „Alternative“ bezeichnet wurde. Parallel zu diesem Projekt konzentrierte sich Remont durch das Galerieprogramm und die Veröffentlichung von Druckwerken auf die intensive Förderung der Produktion zeitgenössischer Kunst.[3] Diese Beiträge waren unter einer wachsenden Anzahl von Initiativen zur neuerlichen Öffnung unserer Kunstszene und ihrer erneuten Anbindung an die benachbarten und internationalen kulturellen Schauplätze unübersehbar.[4]

Der Beginn der 2000er-Jahre brachte ein zunehmendes professionelles Interesse für die zeitgenössischen Kunstszenen am Balkan mit sich, und Serbien wurde zu einem Teil dieses neuen Interesses und zu einem faszinierenden Gebiet, das es noch zu entdecken und zu erforschen galt. Das erfolgte vor allem durch eine Reihe von „Balkan Ausstellungen“ [5], die von Debatten im Hinblick auf Konzepte, Fragestellungen und kuratorische Zugänge begleitet wurden. Diese Ausstellungen boten aber auch einer Reihe von KünstlerInnen aus der lokalen Szene brauchbare Gelegenheiten, um ihre Werke internationalen ExpertInnen vorzustellen und nach den Jahren der Isolation ein größeres Publikum zu erhalten. Während dieser Zeit wurden auch von lokalen Organisationen einige praktische Schritte zur Internationalisierung der zeitgenössischen Kunstszene in Serbien und zur Positionierung auf der regionalen und europäischen kulturellen Landkarte unternommen, etwa durch gemeinschaftliche Ausstellungsprojekte [6] oder Gruppenausstellungen sowie durch die Neugestaltung einiger wichtiger lokaler Kunstereignisse [7], die damit begannen, ausländische KuratorInnen und KünstlerInnen in ihre Ausstellungen einzubinden.

All diese Entwicklungen brachten eine neue Dynamik in die Kunstszene und eröffneten einige Möglichkeiten für Prozesse, die zur Festigung und Stärkung dieses Potentials zu führen vermochten. Doch der anfängliche Optimismus schlug recht bald in eine Reihe von Enttäuschungen um, die von neuerlichen politischen Schwierigkeiten, vorübergehenden Kontroversen, weiterer wirtschaftlicher Destabilisierung, Unsicherheiten und vom Ausbleiben substantieller sozialer Veränderungen ausgelöst wurden. All das spiegelte sich in einer Kultur, der die politische Elite im Hinblick auf die Funktion und Wichtigkeit der Kultur und ihrer Bedeutung als einem Faktor in der Entwicklung der Gesellschaft mit einer unveränderten Haltung entgegentrat. Ein anderer beunruhigender Umstand besteht darin, dass die beiden größten Institutionen (das Nationalmuseum und das Museum für Zeitgenössische Kunst, beide in Belgrad) bereits seit recht langer Zeit umgebaut werden. Obwohl sie ihre kulturellen Aktivitäten an anderen Veranstaltungsorten aufrechterhalten, ist es noch immer unbekannt, wann die Umbauarbeiten endlich abgeschlossen, d.h. wann ihre permanenten Sammlungen dem Publikum wieder zugänglich sein werden. Das führt sowohl bei den KulturarbeiterInnen als auch beim Publikum im Hinblick auf die Verhältnisse, die in der gegenwärtigen Kunstszene herrschen sowie im Hinblick auf das gesamte kulturelle Leben in der Hauptstadt und im ganzen Land, zu einer Enttäuschung.

Trotz zahlreicher Hindernisse und Probleme, die noch immer vorhanden sind (der Mangel an ernsthaften und systematischen Veränderungen, die unklare Kulturpolitik, das Fehlen finanzieller Unterstützung), besteht der allgemeine Eindruck der zeitgenössischen Kunst- und Kulturszene darin, dass sie noch immer sehr lebendig ist und über ein großes Potenzial verfügt. Der unabhängige Bereich behielt seine zentrale Bedeutung innerhalb der Szene, er hat seine Fähigkeiten ausgebaut, sucht stets die Debatte über die bestehenden Schwierigkeiten und Fehler, und tut durch fortwährende Aktivitäten sein Bestes, um auf allen Ebenen Einfluss auf die Kulturpolitik zu gewinnen. Das NKSS, ein Netzwerk der unabhängigen Kulturszene, wurde formell 2011 gegründet und versammelt zum jetzigen Zeitpunkt 91 Organisationen aus mehr als 20 Städten im ganzen Land. Unter den NKSS Mitgliedern sind einige Organisationen, die seit nunmehr bald zwei Jahrzehnten in der Szene präsent sind, wie etwa das Zentrum für Kulturelle Dekontamination, Kino Rex, Remont, Kuda.org, Kulturni front, Art Klinika (jetzt: Šok zadruga), Stanica, Kontekst kolektiv, Kiosk, Seecult, sowie andere Organisationen und Initiativen, die in den letzten paar Jahren entstanden sind. Aufgrund der Forschung und Entwicklung innovativer und alternativer Modelle für die Organisation und den Transfer von Wissen und durch die Bekräftigung des öffentlichen kritischen Diskurses kommt aus diesem Bereich ein Großteil aller Initiativen, die sich wichtigen Themen stellen: Von der Frage nach der Rolle und Position von KulturarbeiterInnen und KünstlerInnen, der Kunst und des Bildungssystems, der Dezentralisierung von Kultur, der bereichsübergreifenden Zusammenarbeit, bis hin zu wichtigen Problemstellungen im Bezug auf alle gesellschaftlichen Bereiche, die in Serbien mit Forderungen nach Veränderung konfrontiert sind. Die Suche nach unterschiedlichen Formen der Selbstorganisation und der selbständigen Weiterbildung wird in Serbien im Verlauf des letzten Jahrzehnts immer gegenwärtiger. Unterschiedliche formelle und informelle künstlerische und kuratorische Gruppierungen, Kollektive, Duos, Kooperativen, Lese- und Diskussionskreise, private Initiativen und Plattformen [8] werden zu den zentralen Faktoren im Ausbau der eigenen Fähigkeiten und in der Schaffung von kritischem Denken. Die regionale Zusammenarbeit ist noch immer einer der wichtigsten Beiträge aus dem unabhängigen Bereich. Sie wird durch einen stetigen Austausch von Informationen, Programmen, Zusammenarbeiten und Koproduktionen von KünstlerInnen, KulturexpertInnen und Organisationen ebenso gefestigt wie durch gemeinsame Projektbeteiligungen, die darauf ausgerichtet sind, die bestehenden Bedingungen für zeitgenössische Kunst und Kultur zu verbessern, indem sie frische Zugänge zu kollaborativen Praktiken sowie zur Verbreitung und gemeinsamen Nutzung von Wissen anbieten. [9] Die jüngst gegründete regionale Plattform Kooperativa zielt darauf ab, weitere Möglichkeiten für die direkte Vernetzung zu erschließen und durch lang anhaltende, tragfähige Rahmenbedingungen für die Zusammenarbeit von unabhängigen Kulturorganisationen am Balkan Aktivitäten in Gang zu bringen und dabei die Funktion zu bestimmen, die sie in den Entwicklungsprozessen von Kulturpolitik und anders gearteter Politik in ihren Gemeinschaften übernehmen können. Das ist ebenfalls eine wichtige Initiative im Kontext einer weitergehenden Förderung und Produktion von zeitgenössischer Kunst/Kultur sowie zur Inklusion, Partizipation und zur fortlaufenden professionellen Inwertsetzung lokaler Besonderheiten im Rahmen der Entwicklung. In diesem Sinn könnten weitere Aktivitäten dieser kollaborativen Plattform etwa insbesondere auf praktische Initiativen zur Steigerung der Anzahl von Kunst-Residency Programmen in der Region gerichtet sein oder auf gemeinsame Projekte (Magazine, web-Portale, Publikationen) [10], die einen Raum zur kritischen Reflexion von kulturellen und künstlerischen Praktiken sowie zur Dokumentation, Archivierung und Analyse der Szene ermöglichen.

Sowohl die unabhängige als auch die institutionelle zeitgenössische Kunst und Kultur [11] in Serbien existiert unter Bedingungen einer permanenten finanziellen Unsicherheit und ist stets mit der Herausforderung konfrontiert, wie man eine breitere soziale Gemeinschaft involvieren kann, die der Rezeption einer solchen Art von Praxis üblicherweise indifferent gegenübersteht. Das ist eine noch immer unbeantwortete Frage für alle von uns, die wir aktiv in der Szene tätig sind, und es ergab sich ein Feld intensiven Nachdenkens über unterschiedliche Ansätze und Strategien zur Verbesserung, insbesondere in Zeiten forcierter massenmedialer Inhalten und einer weit verbreiteten Vorstellung der Vermischung von Kultur und Unterhaltung. Das ist gewiss eine der zentralen Aufgaben, die vor uns liegt, und sie muss zu einer gemeinsamen Anstrengung zur Initiierung neuer Konzepte und Formate werden, mit dem Ziel, eine breitere Aufmerksamkeit für die Bedeutung der Kultur in der Entwicklung der Gesellschaft zu schaffen und damit den Bereich des kritischen Denkens in Richtung der vielfältigen Aspekte seiner künftigen Entwicklung auszubauen.

Aus dem Englischen von Tom Waibel

Literatur:

[1] REMONT – unabhängige Kunstorganisation, wurde im Oktober 1999 gegründet. Idee: Darka Radosavljević, Kunsthistorikerin; GründerInnen/KünstlerInnen: Uroš Đurić, Aleksandar Zograf, Tanja Ostojić, Milica Tomić, Branko Pavić, Jovan Čekić, Mikrob, Milica Tomić. Mirjana Đorđević, Žana Poliakov, Saša Gajin, Gruppe ŠKART, Boris Mladenović . Seit dem Jahr 2000 hat Remont zahlreiche Programme organisiert; neben Ausstellungsaktivitäten gab es eine kontinuierliche Arbeit im Bereich der Publikation (Bücher, Kataloge und Veröffentlichungen) sowie in den Bereichen Pädagogik und elektronischer Publikation (Video und Internet-Projekte). Zugleich hat Remont ein Dutzend regionale und internationale Projekt durchgeführt. www.remont.net
[2] Ausstellungen: „Die fatalen Neunziger: Strategien von Widerstand und Konfrontation – Kunst in der Vojvodina am Ende des 20. und am Beginn des 21. Jahrhunderts“ im Museum für Zeitgenössische Kunst Vojvodina und Zlatno oko in Novi Sad 2001, sowie „Über die Normalität: Kunst in Serbien 1989–2001“ im Museum für Zeitgenössische Kunst Belgrad 2005.
[3] Remont – Kunst Magazin (2000–2009); bis vor wenigen Jahren war die Veröffentlichung von Druckwerken im Hinblick auf zeitgenössische Kunst gekennzeichnet von Zeitschriften und Magazinen wie Košava, Art Context, Prelom, Art Fama, Remont Art Files. Es ist eine beunruhigende Tatsache, dass es heute kaum mehr professionelle Periodika gibt.
[4] Balkan Umbrella – Publikation für den Dialog zwischen den kulturellen Zentren der Region 2001–2002; Balkan Konsulat/Mission Belgrad, Graz, 2002; „Veza/Zusammenhang – II. Donau Konferenz für Kunst und Kultur“, Belgrad, in Zusammenarbeit mit dem dem Kulturzentrum Belgrad 2003.
[5] „Auf der Suche nach Balkanien“(Kuratoren: Roger Conover, Eda Cufer, Peter Weibel), Graz 2002; „Blut und Honig – Die Zukunft ist am Balkan‟, (Kurator: Harald Szeemann), Klosterneuburg 2003; „In den Schluchten des Balkans – Eine Reportage“ (Kurator: René Block), Kassel 2003.
[6] Es ist sicherlich wichtig, hier die großen Ausstellungsprojekte zu nennen, die vom neuen KuratorInnenteam des Museums für Zeitgenössische Kunst Belgrad gestartet wurden, etwa „Konverzacija/Unterhaltung‟, 2001; „Poslednja istočnoevropska izložba/Die letzte europäische Ausstellung‟, 2003; „Muzej Stedelijk Amsterdam na Ušću/Stedejlik Museum Amsterdam in Ušće‟, 2004; „Das verortete Selbst: Verwirrt, leidenschaftlich und widersprüchlich”, 2005; „U raskoraku - izmeštanje, saosećanje i humor u savremenoj britanskoj umetnosti/ Aus dem Tritt: Verschiebung, Mitgefühl und Humor in der gegenwärtigen britischen Kunst‟, 2007. Das Museum für Zeitgenössische Kunst Vojvodina trug ebenfalls zur internationalen Sichtbarmachung der Szene durch zahlreiche Ausstellungen von KünstlerInnen der Region ebenso bei, wie durch Soloausstellungen von KünstlerInnen wie Jannis Kounellis, Mimmo Palladino und Dan Perjovschi. Im Rahmen der Internationalisierung des Oktober Salons wurde eine Auswahl dieser Ausstellungen bei den Biennalen in Thessaloniki, Berlin und Sant Etienne gezeigt.
[7] Ereignisse, wie die älteste und bekannteste Ausstellung für bildende Kunst, der Oktober Salon (Belgrad), das Nadezda Petrovic Memorial (Cacak) und die Biennale für bildende Kunst in Pancevo. Unglücklicherweise hat die Biennale für junge KünstlerInnen, die 1994 gegründet und vom Zentrum für zeitgenössische Kultur Konkordia Vršac (Vojvodina) organisiert wurde, ihre Funktion 2004 beendet. Das geschah zu einem Zeitpunkt, als die Biennale auf dem besten Weg dazu war, eines der geachtetsten Kunstereignisse zu werden, das junge bildende KünstlerInnen nicht nur aus der Balkanregion, sondern auch darüber hinaus zusammenbrachte. Im Zusammenhang mit der Arbeit und Präsentation von aufstrebenden KünstlerInnen ist es notwendig, das Ereignis Echte Gegenwart zu erwähnen, das in der Zeit von 2001 bis 2010 von NKA/unabhängige kulturelle Aktion in Belgrad Treffen (Workshops, Ausstellungen, Vorträge) für rund 2000 KunststudentInnen aus aller Welt organisiert hat.
[8] Es ist wichig, hier das Projekt Andere Szene (Druga scena) zu nennen, das 2005 als selbstorganisierte Initiative einer Gruppe von unabhängigen künstlerischen und kulturellen Organisationen und informellen Gruppen in Belgrad gegründet wurde [TkH – Zentrum für performative Kunsttheorie und Praxis (Wandernde Theorie / Teorija koja Hoda), STATION (Stanica) Service für zeitgenössischen Tanz Belgrad, PRELOM Kollektiv, Das HyperMedia Institut – TECHNE, QUEER Kollektiv Belgrad, Stanipanikolektiv, SFW – NOVA DRAMA (Neues Drama), dez.org]. Die Andere Szene ist im Bereich der zeitgenössischen performativen und bildenden Kunst tätig, sowie in der Kunst- und Kulturtheorie, im Gender und Queer-Aktivismus und in Fragen der Kunst- und Kulturpolitik im Rahmen des postsozialistischen Übergangs. http://drugascena.wordpress.com/
Zahlreiche Organisationen, Initiativen, formelle und informelle Gruppierungen und Kollektive haben die Szene in den letzten zehn Jahren oder noch länger geprägt, und hier sind einige Beispiele für solche, die früher gegründet wurden, wie etwa Art Klinika (jetzt: Šok Zadruga) http://cargocollective.com/testament/SOK-ZADRUGA-SHOCK-ALLIANCE, TkH http://tkh-generator.net, Kontekst Kolektiv http://kontekstprostor.wordpress.com/, Grupa Spomenik http://grupaspomenik.wordpress.com/, sowie Kollektive/Initiativen der letzten Jahre, wie Treći Beograd http://www.trecibeograd.com/ ITSZ -1 http://www.its-z1.org oder den jüngst gegründeten und von KünstlerInnen betriebenen Raum U-10, http://www.u10.rs/, Inex Film https://www.inexfilm.org/, die kuratorische Plattform Kustosiranje http://kustosiranje.blogspot.com/ oder die ganz neue Initiative, bzw. das web-Projekt Supervizuelna http://www.supervizuelna.com/.
[9] Zum Beispiel das Projekt „Entschulendes Klassenzimmer“, das von TkH (Wandernde Theorie http://tkh-generator.net) in Zusammenarbeit mit Kontrapunkt aus Skopje (http://kontrapunkt-mk.org) organisiert wurde. An die zeitgenössischen unabhängigen Kulturszenen der Region gerichtet, konzentrierte sich das Projekt aufgrund seines Inhaltes und seiner Methodologie auf die Untersuchung von alternativen Bildungsmodellen in der zeitgenössischen Kunst und Kultur. http://www.deschoolingclassroom.tkh-generator.net/
[10] Einige Beispiele kollaborativer Projekte: das Projekt „Sprechen wir über kritische Kunst“, an dem vier Partnerorganisationen beteiligt sind. Aus Belgrad (SEEcult.org, BürgerInnenorganisation), Ljubljana (SCCA, Zentrum für Zeitgenössische Kunst – Ljubljana), Skopje (Forum Skopje) und Zagreb (Kulturpunkt.hr Portal, Allianz der Organisationen Kultur und Kurziv – Plattform für kulturelle, mediale und gesellschaftliche Anliegen). Durch verschiedene Arten öffentlicher Veranstaltungen (eine Reihe von öffentlichen Interviews und Round Tables) und ein Buch untersuchte das Projekt kritische Praktiken in Kunst, Kultur und Medien in der Region. http://talkingcriticarts.wordpress.com/
Auch das von fünf Organisationen getragene Projekt „Kritisier das!“ (Kulturträger und Kurziv aus Zagreb, KPZ Beton und SEEcult.org aus Belgrad sowie Plima aus Ulcinj) wurde in der Absicht entworfen, die kritische Debatte über die zeitgenössische Kunstproduktion zu beleben. http://www.criticizethis.org/
[11] Im Hinblick auf die zeitgenössische Kunstszene ist es notwendig, hier einige der städtischen und staatlichen Institutionen zu erwähnen, die trotz ihrer vorrangigen Finanzierungsprobleme (die insbesondere aufgrund von Budgetkürzungen noch vergrößert wurden und damit Programmreduktionen erzwungen haben) versuchen, in irgendeiner Art und Weise ihre Aktivitäten durch Galerieprogramme und Projekte aufrechtzuerhalten: das Kulturzentrum Belgrad, das Zentrum Jugendhaus und das Museum für Zeitgenössische Kunst (der Salon im Museum für Zeitgenössische Kunst).



Kurzbiographie:

Miroslav Karić ist Inhaber eines BA in Kunstgeschichte von der philosophischen Fakultät der Universität Belgrad (2000). Seit 2001 ist Karić Assistent und Kurator bei der Remont-Independent Art Association, einer Organisation, die durch unterschiedliche Aktivitäten (Galerie, Publikationen, Projekte, Aktionen und Initiativen) aktiv an der Förderung der zeitgenössischen Kunstproduktion arbeitet. Ab 2003 war Karić Mitglied des Herausgeberteams des Remont Art Magazine, er hat zudem in der Zeitspanne von 2004–2010 regelmäßig die Ausstellungssektion des monatlichen Kulturführers „Yellow Cab Belgrade“ herausgegeben. Karić ist professionell aktiv als Koordinator, Kurator, Mitarbeiter und in der PR.

Ausgewählte Projekte: Veza/Connection – 2nd International Danube Conference for Art and Culture, Belgrad, Culture Center Belgrade and Gallery Remont, 2003 / „Electric Girl ‒ Dejan Kaludjerović“, Gallery Remont, Belgrad 2003; Mobile Studios (in Zusammenarbeit mit Public Art Lab, Berlin) Beograd, 2006; „Bilboard project“ für das Sommerfestival in Belgrad 2007; „Fascinating Geometry“ (KuratorInnen-Projekt mit Vesna Lakićević, Mirjana Radojcić und Marijana Milosavljević), Magacin, Belgrad, 2009; PR für den 50. Oktobersalon, Belgrad, 2009; „I AM WHAT I AM“, (KuratorInnenprojekt mit Una Popović, Maja Cirić und Dušica Drazić); 25th Nadežda Petrović Memorial, Čačak, Serbien, 2010; Exhibition of Art in Serbia since 2000, Donumenta Festival, Regensburg, 2011; „Preslisavanje“, Remont Galerie, Belgrad (KuratorInnenprojekt mit Slobodan Jovanović und Saša Janjić) 2012; „PHOTO-DOCUMENTS 02.“(KuratorInnenprojekt Una Popović und Sladjana Petrović Varagić), Salon of the Museum of Contemporary Art, Belgrad, 2012; „Ex – ordinary“ Ausstellung im Rahmen des Projektes „No Borders – No Nations“ (Zusammenarbeit mit KünstlerInnen und KuratorInnen aus Ex-Jugoslawien) 2013.




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