english version
grafisches Element

FUNding FACTORY

AUSTELLUNGSDAUER: 8. Mai - 30. Mai 2009


INITIERT VON SOPHIE HOPE »

MIT BEITRÄGEN VON:

Fahim Amir
Fatih Aydoğdu
Gulsen Bal
Barbara Holub
Fran Hope
Domenico Mühle
Tina Raffel
Walter Seidl
Christoph Srb
Corina Vetsch
Reinhold Zisser






Die FUNding FACTORY will den Wunsch vieler KünstlerInnen hinterfragen, die Erwartungen an die Funktion von Kunst zu sprengen, gleichzeitig aber für das Recht zu kämpfen, für diese Demontage auch bezahlt zu werden.

Im Mai 2009 wird das Open Space - Zentrum für Kunstprojekte in Wien in eine Fabrik für die metaphorische Mischung und Kompression, das Basteln an, Testen, Ablehnen, Akzeptieren, Umhüllen, Benennen, Verpacken und Verteilen von Kultur umgewandelt.


WIE BE (VER-)HANDELN WIR DIE KULTURELLE FLIESSBANDARBEIT?

Der globale Aufstieg der ,Kreativindustrien’ schafft ein normalisiertes Klima für eine Rechtfertigung kultureller Produktion im Hinblick auf wirtschaftliche Lebensfähigkeit und die ‚Beschäftigungsfähigkeit’ von KünstlerInnen. KünstlerInnen ergreifen widerwillig die Gelegenheit, ihren Unterhalt mit den Fertigkeiten und dem Handwerk ihres Gewerbes zu verdienen. Häufig wird auf diese Kommerzialisierung von Kultur mit dem Versuch reagiert, die Kunst von ihrem Gebrauchswert zu „retten“, indem wir unsere Köpfe in den Sand stecken oder durch Reifen springen. Dadurch hoffen wir, unsere sogenannten politischen und kritisch unabhängigen Kunstpraktiken weiterführen zu können.

Wie aber können wir uns stattdessen unsere Mitverantwortung an diesem Prozess klarmachen und uns direkt mit dem Dilemma einer beauftragten, absatzfähigen und profitablen kritischen und kulturellen Produktion konfrontieren? Welche Konsequenzen hat ein erfolgreicher Kampf für die Professionalisierung von Kunstpraktiken als gültige Karriereoption?

Die Factory ist ein Ort, an dem die Kernpunkte der kulturellen Fließbandarbeit, an der wir beteiligt sind, reflektiert werden können, genauso wie die Frage, in welcher Form wir unsere Arbeit als relevant und kritisch verstehen. Die Factory lädt uns ein, die Mechanismen der Kulturproduktion, der Kreativindustrien und einer Auftragskunst, auf die wir angewiesen sind, die wir liefern und die wir auch weiterhin herausfordern, in Frage zu stellen.

Gefundenes, weggeworfenes und geschenktes Material aus Containern, Studios und Gallerien wird recycelt, um die behelfsmäßige, kulturelle Fließbandfertigung zu bauen. Pläne und Ansichten, gezeichnet von Fran Hope, dienen als Inspiration für das Factory Setting und hängen an den Wänden der Fabrik.

Eingebaut in die Fabrik sind Videoporträts von MitarbeiterInnen und PartnerInnen des Open Space über deren Erfahrungen bei der Bewältigung dieses Dilemmas zwischen Überleben, Ideologie und kritischem Bewusstsein. Diese Filme entstanden mit Fahim Amir, Fatih Aydogdu, Gulsen Bal, Barbara Holub und Walter Seidl.

StudentInnen der Universität für Angewandte Kunst wurden eingeladen, zur Factory-Installation beizutragen und sich in die Factory im Mai einzuschalten, um ihre eigenen Positionen als zukünftige ‚ArbeiterInnen in der Kreativindustrie’ zu reflektieren. Beiträge stammen von Tina Raffel, Christoph Srb, Corina Vetsch und Reinhold Zisser.

Welche Regeln wenden Sie für Ihre Arbeitspraktiken als KünstlerInnen, KuratorInnen, AktivistInnen, GründerInnen und AuftraggeberInnen an? BesucherInnen der Fabrik sind eingeladen, ihre eigenen anonymen Gedanken, Antworten, Bekenntnisse und Einsichten über das Leben am kulturellen Fließband hinzuzufügen.


Unterstützt von:

BM:UKK

ILLUSTRATIONEN FÜR FUNding FACTORY:
Fran Hope (2009)

BEGLEITMUSIK DER FUNding FACTORY:
Gene Wilder, ‚Pure Imagination’ (geschrieben von Leslie Bricusse und Anthony Newley für den Film ,Willy Wonka & the Chocolate Factory’ von 1971)

WIR DANKEN:
Gulsen Bal, Johanna Kandl, Désirée Schellerer (BENE Büromöbel) und James Stokes. Ein besonderer Dank geht an alle TeilnehmerInnen der FUNding FACTORY für ihre Zeit und ihre Beiträge.




grafisches Element