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Kunstinitiativen: OPEN SPACE

AUSTELLUNGSDAUER: 24. September - 29. September 2019

ERÖFFNUNG: 23. September 2019, 17.00-21.00 UHR

PROJEKTKURATOR / IN:Gülsen Bal & Walter Seidl »

Presserundgang:
23. September, 14.00 - 17.00 Uhr

VIP Rundgang:
23. September, 17.00 - 21.00 Uhr

Participating Artist:

Turan Aksoy
Elena Cologni
Elvedin Klačar
Hasan Özgür Top

Ort: PARALLEL VIENNA’ 19
Lassallestraße 5
1020 Wien

Präsentation gleichzeitig zur viennacontemporary.


Das Programm von Open Space setzt auf Interdependenzen zwischen künstlerischer Praxis und verschiedensten relationalen Beziehungen und versucht eine diskursive Plattform des Engagements zu schaffen, die zahlreiche Reflexionen und einen kritischen Dialog fördert, um neue kreative Verbindungen einzugehen.


Turan Aksoy

Turan Aksoy Link

Deplasman/Displacement, 2019

Künstlerbuch, verschiedene Materialien, 29x26 cm


Das Hauptaugenmerk von Turan Aksoys Arbeiten bezieht sich auf eine neoliberale Politik und wie diese sämtliche Bereiche unseres Lebens durchdringt. Dadurch entsteht eine Distanz bzw. Schräglage zwischen dem Individuum und der Gesellschaft, die nicht mehr objektiv betrachtet werden kann. Aksoys künstlerische Position rekurriert auf Ereignisse aus seinem eigenen Leben, die persönlich oder politisch aufgeladen sind, jedoch zeitneutral erscheinen und erotische oder sarkastische Komponenten einbeziehen, die als Metaphern oder surreale Elemente eingebaut werden und einen multidisziplinären Ansatz generieren, der sich verschiedener Medien bedient, die zur Umsetzung der künstlerischen Gedanken nötig erscheinen.

Das Buch bezieht sich auf verschiedene Gegenstände und Orte. Es handelt davon, wer wir sind, welche Kaufentscheidungen wir treffen und wo wir Gegenstände platzieren, von unseren Überzeugungen, die Orte definieren oder sie seltsam erscheinen lassen, aber auch von eitlen Staatsoberhäuptern. Letztere sind diejenigen, die Orte und ihre Bedeutungen verändern und uns glauben machen, dass dies sinnvoll erscheine.


Elena Cologni

Elena Cologni Link

39282.580645 Barleycorns Away, 2017

Installation: Collagen, Eichenholz und Stoff, 250 x 270 cm


Angesiedelt im Bereich zwischen Dialogik, Feminismus und Ökologie, gründet Elena Colognis ökofeministische Position auf der Ethik der Fürsorge. Sie bezieht sich auf den Begriff des “Sorgens für” als aktive Handlung, sowie auf die soziale Komponente eines ethischen “sich um jemanden kümmern” im Kontext einer dialogischen Strategie als künstlerische Praxis und gegenseitige Fürsorge. Dies gründet auf ihrer täglichen Erfahrung, sich mit neuen Orten und Leuten unterschiedlicher kultureller Herkunft auseinanderzusetzen. Ihre Installation 39282.580645 Barleycorns Away… kennzeichnet das Zuhause als idealen Ort, weit weg in unseren Gedanken, aber doch immer gegenwärtig. Diese Form der Manifestation kann als relational, spatiös und bewusst situierte Kunst aus ökofeministischer Perspektive betrachtet werden. Sie setzt sich mit verschiedenen Strategien des Miteinander Seins, Zuhörens und sich um jemanden an einem bestimmten Ort zu kümmern auseinander. Colognis Arbeit definiert eine Geografie der Differenz, bei der Fürsorge in der täglichen sozialen Erfahrung im öffentlichen Raum dialogisch wirkt. Dies markiert eine spezielle künstlerische Strategie hinsichtlich der Ökologie des Dialogs, der aufgrund gegenseitigen Interesses entsteht, bei dem sich Interdependenzen und Gemeinsamkeiten in kognitiver und emotionaler Hinsicht einstellen.


Elvedin Klačar

Elvedin Klačar Link

Territoriale Neuordnung, 2018

Installation, unterschiedliche Medien, 120 x 120 cm


Elvedin Klačar schafft Räume und Möglichkeiten der Konfrontation. Seine Installationen sind oft performativ angelegt und beziehen BetrachterInnen in die Kommunikation mit ein. Sie thematisieren die intensivierten globalen Beziehungen, die uns zum Agieren bzw. Reagieren auffordern sowie die Bestimmungen von Orten zu überdenken, die oftmals manipuliert und ihrer ursprünglichen Bestimmung beraubt sind. Der Künstler bezieht sich auf die Tatsache, dass die bloße Existenz von Orten nicht gegeben ist und dass ihnen vermehrte Aufmerksamkeit zukommen muss, um eine weitere Entwicklung zu garantieren. Klačars in-situ Arbeiten überraschen BetrachterInnen aufgrund ihrer ironisierenden Komponente und wie sie Realität zu verhandeln vermögen. In dieser Arbeit werden Materialien des Fortschritts und der Geschichte zu einem Gesamtbild verarbeitet, welches das „Leben“ radikal einbetoniert. In der Vergangenheit galt Asphalt als Fortschritt, Entwicklung der Industrie und als Zeichen des sogenannten modernen Menschen. Durch die Verengung der Räume und Ausbeutung des Meeres wird das Dasein in Mitleidenschaft gezogen. Die asphaltierten Korallen zeigen unseren Zugang zum wahren Kapital auf.


Hasan Özgür Top

Hasan Özgür Top Link

The Atelier, 2018

Einkanalvideo, 28 min.


The Atelier führt ZuschauerInnen in eine spezielle Manufaktur für türkische Flaggen in Istanbul, wo Arbeiter im Kreis ihrer Arbeitgeber Fahnen produzieren. Was sich als Tour durch eine Produktionsstill Hasan Özgür Top bescheidene Arbeitsstätte technischer Produktion ausgibt, gründet jedoch auf der langjährigen Praxis, wie ein einfaches Stück Stoff in ein heiliges Symbol transformiert werden kann. In dieser Arbeit verhandelt Hasan Özgür Top Momente öffentlicher Meinungsbildung anhand dieser keinen, privaten Firma und ihren Außenhandelsstrategien. Ein kleiner subtiler Schwenk verweist auf die wirtschaftlichen Beziehungen zur kurdisch-demokratischen Partei, der kurdischen Partei im Irak und sogar, wie die irakischen Kurden gegenüber türkisch-nationalen Ideale unterstützt werden. The Atelier verhandelt auch den gesteigerten Einsatz syrischer Arbeitskräfte. Diese Gegensätze zeigen ein Beispiel, wie in der Türkei Loyalität gegenüber dem Staat vom Kapitalismus überschattet wird, ein Phänomen, das die aktuelle soziale und politische Lage weltweit dominiert.


Das Programm von Open Space wird unterstützt von:

Stadtteilkultur, Interkulturalität und Internationale Angelegenheiten, Stadt Wien

Zusätzliche Unterstützung von:

Protocinema
SAHA
mumok
ARUCAD - Arkin University of Creative Arts and Design
KUNSTHALLE EXNERGASSE




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